ORF TVthek: USA/Europa - Schulstress - 08.09.2010 22:30 Uhr

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USA/Europa - Schulstress - 08.09.2010 22:30 Uhr

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USA/Europa - Schulstress

Die erste Schulwoche beginnt. Der Wettlauf um den besten Startplatz für das Leben der Kinder in einer globalisierten Welt stresst immer mehr Eltern. Während die österreichische Politik sich im Streit um Lehrer-Kompetenz-Fragen verliert, steigt die Nachfrage nach Privatschul-Plätzen. In Deutschland eröffnen jede Woche zwei neue Privatschulen. Denn vor allem die Eltern der Mittelschicht trauen den öffentlichen Schulen, die oft unterfinanziert und überlastet sind, nicht mehr zu, ihre Kinder für das Leben ausreichend fit zu machen. 30 000 Euro pro Kind und Nase kostet z. B. ein Spitzeninternat im Einzugsgebiet von Berlin. Für dieses Geld kommen auf einen Lehrer nie mehr als 12 Schüler. 70 Zusatzkurse außerhalb des regulären Unterrichts werden angeboten. Die Schule wird überrannt und nimmt nur die Besten.

Der Trend, schon Babys mit Leseübungen zu konfrontieren, um ja keine wertvolle Zeit zu verschwenden, kommt aus Amerika. Am Institut für Frühförderung in Philadelphia empfiehlt man Eltern, schon bei ihren zwei Monate alten Babys mit dem Lesetraining zu beginnen. Der dreijährige Jake wird von seinem Vater zu Hause unterrichtet und kann schon die Namen der amerikanischen Präsidenten ihren Bildern zuordnen. Seine sechsjährige Schwester Cortney liest als zukünftige Führungskraft bereits aus dem Opernführer. Überfürsorgliche Eltern kutschieren ihre Söhne und Töchter von Aktivität zu Aktivität und verplanen das Leben ihrer Kinder im Terminkalender, vor lauter Sorge nicht genug für die Entwicklung ihrer Kinder zu tun. Dieses Phänomen, das von Amerika ausgegangen ist, wird auch in Europa immer stärker spürbar. Katinka Nowotny, Kamerareporterin des WELTJOURNALS, ist von New York über Philadelphia nach Houston, Texas, und von Berlin nach Torgelow im deutschen Mecklenburg-Vorpommern gereist, um herauszufinden, was Eltern heute alles tun, um ihre Kinder fit fürs Leben in einer globalisierten Welt zu machen. In den USA hat sie allerdings auch schon wieder den Gegentrend entdeckt: Die Bewegung "Freerange-Kids": Diese Eltern lassen ihre Kinder wieder frei herumlaufen und erinnern daran, dass die beste Schule für das Leben immer noch das Leben selbst ist.

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