Wiener Vorlesungen: "Wiener Millionäre"

Wiener Vorlesungen: "Wiener Millionäre"

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Wiener Vorlesungen: "Wiener Millionäre"

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"Wiener Millionäre - Aspekte der Einkommensverteilung im 20. Jahrhundert":

Nie in der jüngeren Geschichte Wiens und Österreichs war die Einkommens- und Vermögensverteilung so ungleich wie kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Etwas mehr als 6 Prozent der Bevölkerung der österreichischen Reichshälfte der Habsburgermonarchie lebten in Wien, aber fast zwei Drittel der Millionäre. Das oberste eine Prozent der Wiener Bevölkerung verdiente ein Viertel aller Einkommen. Auf die etwa 1000 Wiener, die ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Kronen erzielten, nach heutigen Werten mindestens eine Million Euro, entfielen fast 10 Prozent aller Einkommen der Stadt. Sie prägten den Glanz der Ringstraßenzeit. In mehreren großen Strukturbrüchen, Krieg, Hyperinflation, Wirtschaftskrise, Nationalsozialismus, wurden die großen Vermögen zerstört und wurde die Einkommensverteilung gleicher. Seit etwa drei Jahrzehnten wird weltweit und auch in Österreich die Einkommens- und Vermögensverteilung wieder ungleicher. Wiederholt sich die Geschichte?

Im Gespräch geht Hubert Christian Ehalt mit dem Autor und Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Roman Sandgruber sowie der gebürtigen Wienerin und Ö1-Redakteurin, Irene Suchy, dieser Frage nach.