Erlebnis Österreich: Bauen in den Bergen

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Erlebnis Österreich: Bauen in den Bergen

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Erlebnis Österreich: Bauen in den Bergen

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"Baue nicht malerisch. Überlasse solche Wirkung den Mauern, den Bergen und der Sonne. Der Mensch, der sich malerisch kleidet, ist ein Hanswurst. Der Bauer kleidet sich nicht malerisch, aber er ist es." So beginnt Adolf Loos 1913 seine "Regeln für den, der in den Bergen baut". Diesen immer wieder zitierten Regeln zum Trotz: Es gibt heute keine allgemein gültigen Regeln für das Bauen in den Bergen.

Waren die Alpen einst karger Lebensraum für einige wenige, so werden sie heute als gigantischer Freizeit-Erlebnispark von Massen genutzt. Elf Prozent des globalen Tourismus spielen sich in den Alpen ab. Durch den Klimawandel bedingte Gletscherschmelze oder Schneemangel sind offensichtlich kein Thema. "Wenn der Schnee ausbleibt, dann installieren wir 500 Schneekanonen mehr und machen uns den Schnee selber!", sagt der Touristiker Günther Aloys aus Ischgl. "Die Gäste erwarten sich Innovationen", erklärt Jakob Falkner von den Bergbahnen Sölden. Die Investitionszyklen werden immer kürzer, die Skigebiete rüsten nach, neue Hotels, Seilbahnen und Gipfelrestaurants entstehen. Die pure Schönheit der alpinen Landschaft reicht längst nicht mehr, die Berge werden in Szene gesetzt mit Aussichtsplattformen, Panorama-Straßen und Gletscher-Spektakeln.

Wie reagieren zeitgenössische Architekten auf diese Herausforderungen? Wie gehen sie mit der prekären Situation der alpinen Landschaft um? Gelingt es, Neubauten harmonisch in ihre Umgebung einzufügen, wie es einst Architekt Franz Baumann 1927 auf dem Hafelekar hoch über Innsbruck vorgemacht hat? Setzen die Baukünstler bewusst Landmarks? Welche Materialien sind im Hochgebirge angemessen? Ist die Frage nach Elementen regionaler Baukultur in einer globalisierten Welt überhaupt relevant? Welche alternativen Konzepte gibt es?

Die Dokumentation "Bauen in den Bergen" zeigt neue Beispiele für alpines Bauen in Nord-, Ost- und Südtirol. Der Bogen spannt sich vom Glaskubus in 3.000 Metern Höhe in den Ötztaler Alpen über ein Hotel-Hochhaus am Fuße des Großglockners, vom schwarzen Wohnhaus am Steilhang in den Dolomiten über experimentelle Holzkonstruktionen bis zur sanften Sanierung eines alten Bauernhofes. Architekten, Investoren und die Benützer der alpinen Bauwerke kommen zu Wort. Und zuletzt stellt sich die Frage, wie es weiter geht: Werden die Berge in Zukunft von energieautarken Polyesterblasen bevölkert?