Am Schauplatz: Ware Kind

Am Schauplatz: Ware Kind

48:25 Min.
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Am Schauplatz: Ware Kind

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Weltweit werden Milliardengeschäfte mit der Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen gemacht. Genaue Zahlen gibt es nicht, denn der Handel und Missbrauch finden im Verborgenen statt.

Oft weiß die Familie Bescheid, in vielen Fällen ist sie es, die die eignen Kinder verkauft oder verborgt. Auch nach Österreich kommen junge Opfer, meist aus armen Regionen Süd- und Osteuropas, die als Diebe, Prostituierte und Bettelkinder Geld verdienen müssen. Aber es gibt ebenso Eltern in Österreich, die ihre Kinder für Sex anbieten, etwa über das Internet.

Drei bulgarische Kinder wurden vor kurzem an einem Bahnhof in Wien von ihrem Vater zurückgelassen. Auf ihre Geburtsurkunden schrieb er, dass er sie zur Adoption frei gibt. Sie hatten sich geweigert weiterhin betteln zu gehen. "Diese Kinder haben für ihre Eltern nur Wert, wenn sie Profit bringen", sagt Norbert Ceipek, Leiter der Wiener Jugendamtseinrichtung Drehscheibe. Dorthin kommen ausländische Minderjährige, die von der Polizei aufgegriffen werden. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche sind es pro Jahr, in Spitzenzeiten waren es schon an die 700.

Manche Bettel- und Diebes-Kinder werden, wenn sie älter sind, in die Prostitution gezwungen. Oftmals bieten aber TäterInnen bereits junge Kinder an. In einzelnen Fällen stammen sie auch aus Österreich. Einige von ihnen hat Susanne Schuscha, Obfrau des Vereins Schutzengerl betreut: "Eine Mutter, die offenbar unter einer Persönlichkeitsstörung leidet, hat ihr Kind im Internet angepriesen". Nur die wenigsten TäterInnen seien tatsächlich pädophil, sagt Schuscha. "Es gibt viele Gründe, von materiellen bis zum besonderen Kick suchen, das Leid der Kinder interessiert dabei nicht". In einem besonders erschreckenden Fall hat der leibliche Vater ein Mädchen ab dem Kindergartenalter im Freundeskreis weitergereicht. "Bis heute habe ich Albträume und erschrecke, wenn jemand wie mein Erzeuger riecht oder aussieht", erzählt die heute 35jährige Claudia.