Am Schauplatz: 20 Jahre Am Schauplatz

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Am Schauplatz: 20 Jahre Am Schauplatz

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Am Schauplatz: 20 Jahre Am Schauplatz

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Es war im März 1995, vor genau 20 Jahren, als die erste „Am Schauplatz“-Reportage über die Bildschirme flimmerte. Die Sendung hieß „Der Hausherr“ und es ging darin um einen Immobilienspekulanten mit höchst zweifelhaften Methoden. Der Hausherr gab Peter Resetarits in seiner Luxuslimousine ein Interview. Noch vor der Ausstrahlung tauchte er unter. Als er wieder auftauchte, klickten die Handschellen.

Ungerechtigkeiten, Alltagssorgen und Alltagskonflikte: Darum geht es beim Schauplatz bis heute. Oft fliegen die Fetzen, oft fließen Tränen. 700 Sendungen gab es, mehr als eine halbe Million Menschen schaut jede Woche zu. Schauplatz-Chefin Heidi Lackner und Klaus Dutzler haben für die Jubiläumsausgabe der Sendung die Highlights der vergangenen zwanzig Jahre zusammengestellt.

Was macht den „Schauplatz“ aus? Was hat er bewirkt? Christian Schüller, der Erfinder der Sendereihe und siebzehn Jahre lang ihr Chef erinnert sich: „Eine Sendung, wo keine Experten, sondern die ganz normalen Leute zu Wort kamen, das gab es bis dahin nicht.“ Das Motto des Schauplatzes sei gewesen, keine Antworten zu haben, sondern Fragen. Schüller: „Der Zuseher sollte selbst sein Urteil bilden können. Und die schönsten Geschichten waren die, wo wir glaubten, zu wissen, woran wir sind – und dann hat sich das während der Dreharbeiten oft mehrfach umgedreht.“

Der steirische Caritas-Präsident Franz Küberl erinnert sich aber auch an ganz handfeste Schauplatz-Auswirkungen. Seine Organisation etwa rief ein Projekt ins Leben, wo jede Woche zwei Tonnen Erdäpfel davor gerettet werden, am Kompost zu landen. Nicht etwa, weil sie schlecht wären – sondern nur, weil sie nicht der Größennorm der Supermärkte entsprechen. Dem voran ging ein Schauplatzbericht.

Die Jubiläumssendung zeigt aber auch skurrile Momente aus dem Schauplatz-Archiv. Zum Beispiel, wenn Herr Farkas seinen Liebling Susi streichelt – ein Krokodil. Oder wenn ein Ehepaar in einem öffentlichen Klo über die romantische Liebe philosophiert. Wenn eine Dame mit angeblich übersinnlichen Talenten mit dem verstorbenen Bruno Kreisky parliert. In einer Pizzeria, in Tarvis.

Zu Wort kommen auch Beobachter und Wegbegleiter von „Am Schauplatz“. Der Philosoph Franz Schuh spricht über den Schrebergarten als Sehnsuchtsort des österreichischen Kleinbürgers.

Zwanzig Jahre gibt es den Schauplatz nun. Das Zuseherinteresse ist größer denn je. 2014 haben im Jahresschnitt jede Woche mehr als 500.000 Leute zugeschaut. Das ist neuer Rekord.
„Am Anfang hat es geheißen, zwei Jahre wird es die Sendung geben, dann gehen die Themen aus“, sagt die Sendungsverantwortliche Heidi Lackner. „Das Gegenteil ist der Fall – wir haben mehr Themen, als wir verfilmen können.“ Aktuell sind in Arbeit: Eine Reportage über späte Eltern, eine Geschichte über Schlaflosigkeit, eine Reportage über den Konflikt zwischen reichen Zweitwohnsitzbesitzern und Alteingesessenen in idyllischen Tourismusorten.