Friedrich Zawrel: „Dauerhaft unerziehbar“

Friedrich Zawrel: „Dauerhaft unerziehbar“

29:56 Min.
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Friedrich Zawrel: „Dauerhaft unerziehbar“

29:56 Min.
Aus von Armut, Arbeitslosigkeit und einem alkoholkranken Vater geprägten Familienverhältnissen stammend, durchlief Friedrich Zawrel (1929–2015) mehrere NS-„Erziehungsanstalten“, bis er schließlich er in der berüchtigten NS-„Jugendfürsorgeanstalt“ „Am Spiegelgrund“ in Wien-Steinhof landete. Dort fielen zwischen 1940 und 1945 rund 800 Kinder und Jugendliche dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm zum Opfer, das die „Ausmerzung unwerten Lebens“ zum Ziel hatte. Zu den Haupttätern zählten Dr. Ernst Illing, der 1946 für seine Verbrechen zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, und Dr. Heinrich Gross. Zawrel erzählt von der Isolation, den Demütigungen und den grausamen Behandlungen, die er dort über sich ergehen lassen musste. Im März 1944 verhalf ihm eine Krankenschwester zur Flucht aus der Anstalt. Seine Situation verbesserte sich dadurch jedoch kaum: Auf sich alleine gestellt und ohne Möglichkeit, Lebensmittelkarten und Essen zu beziehen, musste er nun versteckt vor dem NS-Regime überleben. Wenige Wochen nach seiner Flucht wurde Zawrel beim Versuch, Lebensmittel zu stehlen, erneut aufgegriffen und in einer Jugendstrafanstalt inhaftiert.

Sendung: Man trägt wieder links
Gestaltung: Michael Bukowsky und Otto Schwarz