Aba Lewit: Versteckt im KZ überlebt

Aba Lewit: Versteckt im KZ überlebt

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Aba Lewit: Versteckt im KZ überlebt

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Aba Lewit wurde 1923 in Dzialoszyse (Polen) geboren und wuchs in diesem „Schtetl“ auf, wo sein Vater mit Getreide handelte. Nach der Eroberung Polens durch die deutsche Wehrmacht 1940 wurde Aba Lewit erst ins Lager Kostrze bei Krakau, dann ins Konzentrationslagers Plaszow bei Krakau eingeliefert. Von einer SS-Wache wurde er angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Ohne jegliche medizinische Versorgung wurde er von seinem Vater im KZ versteckt. Wie durch ein Wunder verheilten seine Verletzungen und er überlebte. In Plaszow war Lewit auch den Grausamkeiten des berüchtigten Lagerkommandanten Amon Göth ausgesetzt, der für seinen willkürlichen Sadismus berüchtigt war. Von ihm, berichtet Lewit, sagte man „Ihm schmeckt das Frühstück, wenn er acht, neun Juden umgelegt hat.“ Tatsächlich hat Amon Göth Hunderte Häftlinge eigenhändig ermordet. 1943 wurde Lewit von Plaszow nach Mauthausen deportiert. Wegen seiner technischen Fähigkeiten wurde er im Konzentrationslager Gusen, einem von 49 Außenlagern des KZ Mauthausen, in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Obwohl er als jüdischer Häftling täglich um sein Leben fürchten musste, gelang es Aba Lewit, einen Sabotageakt zu verüben, der die Flugzeugproduktion der Messerschmidt-Werke wochenlang lahmlegte. In Gusen erlebte er auch die Befreiung durch amerikanische Truppen und musste miterleben, dass viele Häftlinge starben, weil ihre mangelernährten, ausgemergelten Körper normale Nahrungszufuhr nicht mehr aushielten.

Anmerkung der Redaktion:
Ein „Ghetto“ bezeichnet ein abgesondertes Stadtviertel – im Mittelalter und in der frühen Neuzeit meist der einzige Ort, in dem Juden sich in bestimmten Städten niederlassen durften. Der Ausdruck selber geht auf den venezianischen Stadtteil „Geto Nuovo“ zurück, der Juden im sechzehnten Jahrhundert als Wohngebiet zugewiesen wurde. Im Gefolge der Aufklärung und Französischen Revolution wurden Juden allmählich die gleichen Rechte zugestanden wie Christen, was das Ende der Ghettos in Europa bedeutete. Das letzte Ghetto der Welt bis zur NS-Herrschaft befand sich im noch unter päpstlicher Herrschaft stehenden Rom und wurde erst nach der Annexion Roms durch das Königreich Italien im Jahr 1870 abgeschafft. Der erste Schritt zur Ermordung der Juden durch die Nationalsozialisten in Europa bestand in ihrer Separierung von der übrigen Bevölkerung – ihrer „Ghettoisierung“.

„Schtetl“ ist die jiddische Bezeichnung für eine überwiegend von Juden bewohnte Siedlung in Osteuropa. Jiddisch war die aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangene Umgangssprache der Mehrheit der osteuropäischen Juden.

Sendung: Die letzten Zeitzeugen Teil 3. Interviews mit Überlebenden des Holocaust
Interviewerin: Sabrina Peer